Bajazet
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Bajazet

Jean Racine
Theater · 1672
TragödieKlassiker

Über das Werk

Bajazet ist eine Tragödie in fünf Akten und Versen von Jean Racine, uraufgeführt im Januar 1672 im Hôtel de Bourgogne in Paris. Es ist die einzige Tragödie, die Racine nicht der Antike, sondern der jüngeren Geschichte entnahm: dem Mord an Bajazet, dem jüngeren Bruder des osmanischen Sultans Murad IV., 1635 in dessen Serail in Konstantinopel.

Handlung

Im Serail von Konstantinopel hält die Sultanin Roxane die Macht in der Hand, solange Sultan Murad im Perserkrieg fern ist. Sie liebt den gefangenen Prinzen Bajazet und will ihn nur retten, wenn er sie heiratet; Bajazet aber liebt heimlich die Prinzessin Atalide. Als Roxane den Betrug entdeckt, lässt sie Bajazet hinrichten, wird jedoch selbst kurz darauf auf Befehl des zurückkehrenden Sultans getötet; Atalide nimmt sich das Leben.

Kulturelle Bedeutung

Racine machte das Serail zu einem „lieu d'enfermement" – einem Ort der Einschließung, der seine Bewohner langsam erstickt – und setzte damit dieses Stück von seinen übrigen Tragödien ab. Zeitgenossen wie Corneille warfen ihm vor, unter orientalischem Kostüm nur französische Gefühle zu zeigen; heute gilt Bajazet gerade wegen dieser klaustrophobischen Enge als eines der modernsten Racine-Stücke.

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