Über das Werk
„Aus dem Nichts“ geht auf den gleichnamigen Spielfilm von Fatih Akin zurück, der das Drehbuch gemeinsam mit Hark Bohm schrieb; der Film wurde im Mai 2017 im Wettbewerb von Cannes erstmals gezeigt und kam am 23. November 2017 in die deutschen Kinos. Den Anstoß gab der Nagelbombenanschlag des NSU in der Kölner Keupstraße von 2004, zur Vorbereitung verfolgte Akin mehrere Verhandlungstage im NSU-Prozess in München. Eine Bühnenfassung von Stanislava Jević und Klaus Schumacher für Jugendliche ab 14 Jahren wurde am 18. Januar 2025 am Jungen Schauspielhaus Hamburg uraufgeführt; vier Darsteller:innen teilen sich dort alle Rollen, und vor dem Schluss wird das Publikum in die Frage nach dem Ausgang einbezogen.
Handlung
Katja verliert bei einem Nagelbombenanschlag vor dem Hamburger Büro ihres kurdischstämmigen Mannes Nuri ihren Mann und ihren kleinen Sohn. Polizei und Umfeld suchen die Täter zunächst im Umfeld der Familie und vermuten Streit unter Drogenhändlern oder ausländischen Organisationen, bis schließlich ein junges Neonazi-Paar angeklagt wird. Als das Gericht die beiden mangels Beweisen freispricht, spürt Katja sie in Griechenland auf und steht vor der Entscheidung, ob sie selbst Vergeltung übt. Die Erzählung gliedert sich in die drei Kapitel „Die Familie“, „Gerechtigkeit“ und „Das Meer“.
Kulturelle Bedeutung
Diane Kruger wurde für die Hauptrolle 2017 in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet; 2018 gewann der Film den Golden Globe als bester fremdsprachiger Film, kam auf die Oscar-Shortlist und erhielt den Deutschen Filmpreis in Silber sowie den Preis für das beste Drehbuch. Die deutsche Kritik war gespalten: Gelobt wurden Krugers Spiel und die emotionale Wucht, andere bemängelten, dass der Film die politische Dimension des NSU-Komplexes verkürze. Das Portal kinofenster.de empfiehlt ihn für den Unterricht in Fächern wie Politik, Ethik und Geschichte.