Über das Werk
Aucassin et Nicolette, ou Les mœurs du bon vieux tems ist eine Comédie mise en musique von André Grétry nach einem Libretto von Michel-Jean Sedaine, das auf einer Modernisierung der altfranzösischen Chantefable „Aucassin et Nicolette“ durch den Mediävisten La Curne de Sainte-Palaye beruht. Uraufgeführt wurde das Werk am 30. Dezember 1779 vor dem Hof in Versailles, die Pariser Erstaufführung folgte am 3. Januar 1780.
Handlung
Die Liebenden Aucassin und Nicolette werden getrennt in Kerkern gefangen gehalten. Nicolette gelingt mit einer Strickleiter die Flucht in den nahen Wald, wo mitfühlende Wächter sie gewähren lassen. Aucassin, der eher sterben als sich fügen will, erfährt schließlich die Wahrheit über Nicolettes vornehme Herkunft – ein Umstand, der ihrer Heirat den Weg ebnet.
Kulturelle Bedeutung
Mit dem Untertitel „Les mœurs du bon vieux tems“ (die Sitten der guten alten Zeit) knüpfte Sedaine an die im späten 18. Jahrhundert beliebte Mode mittelalterlicher Stoffe an. 1782 wurde das ursprünglich vieraktige Werk in einer auf drei Akte gekürzten Fassung neu aufgeführt.
