Über das Werk
"Astutuli" ist eine bairische Komödie von Carl Orff nach eigenem Text, in der er fast vollständig auf Gesang und Melodie verzichtet und stattdessen auf die rhythmische Rezitation eines derben, historisierend bairischen Textes setzt. Der Titel leitet sich vom lateinischen "astutus" (klug) ab und bedeutet sinngemäß "die ziemlich Cleveren". Karl List dirigierte die rund 50-minütige Uraufführung am 20. Oktober 1953 an den Münchner Kammerspielen, Regie führte Hans Schweikart.
Handlung
Ein fahrender Gaukler kündigt in einem Dorf eine Theatervorstellung an und beschwört einen byzantinischen Riesen sowie einen bairischen Kobold so eindringlich herauf, dass die neugierig herbeigeströmten Dorfbewohner überzeugt sind, beide leibhaftig zu sehen – obwohl tatsächlich nichts zu sehen ist.
Kulturelle Bedeutung
Das Motiv der eingebildeten Klugheit, die sich selbst betrügt, verarbeitet ein literarisches Grundmuster, das Orff unter anderem bei Plautus, Hans Sachs, Cervantes und Hans Christian Andersen fand. "Astutuli" gehört zu Orffs "Bairischem Welttheater" und zeigt seine Suche nach einer eigenen, vom Belcanto gelösten Theatersprache.