Über das Werk
Dramma per musica in einem Prolog und drei Akten von Francesco Cavalli nach einem Libretto von Nicolò Minato. Die Uraufführung fand am 10. Januar 1657 (nach venezianischem Kalender noch 1656) am Teatro Santi Giovanni e Paolo in Venedig statt.
Handlung
Königin Artemisia von Karien hat nach dem Tod ihres Gatten Mausolo geschworen, dessen Mörder zu heiraten, und verliebt sich, ohne dessen wahre Identität zu kennen, in den als Bürgerlichen verkleideten Fürsten Meraspe, der Mausolo tatsächlich unabsichtlich im Zweikampf getötet hat. Da Meraspe sich weder als Mörder noch als Liebender zu erkennen geben kann, entsteht eine Kette von Missverständnissen, bis am Ende die wahren Identitäten aufgedeckt werden und drei Paare zueinanderfinden.
Kulturelle Bedeutung
Im Zentrum steht eine Herrscherin, die ihre wahren Gefühle wegen der Zwänge ihres Amtes verbergen muss und am Ende ihre persönliche Freiheit zurückgewinnt, ein für die venezianische Oper der Zeit ungewöhnlich psychologisches Porträt. Das Werk wurde in mehreren europäischen Städten von Neapel bis Wien nachgespielt und regte spätere Neuvertonungen desselben Stoffs an, unter anderem durch Alessandro Scarlatti.
