Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten von Antonio Vivaldi, uraufgeführt am 27. Oktober 1716 im Teatro Sant'Angelo in Venedig, wo der Komponist als Impresario wirkte. Das Libretto von Domenico Lalli sorgte für Streit: Lalli distanzierte sich im gedruckten Textbuch von der aufgeführten Fassung und ließ es nur mit „N. N." zeichnen.
Handlung
In der fiktiven Stadt Ama in Kilikien gibt sich Königin Lisea als ihr totgeglaubter Bruder Tamese aus, um ihre Herrschaft zu sichern. Als der echte Tamese lebend zurückkehrt, geraten die Liebes- und Machtansprüche mehrerer Paare durcheinander, bis eine Doppelhochzeit die Verwicklungen löst. Die Rolle des Nicandro ist eine Hosenrolle für Sopran.
Kulturelle Bedeutung
Forscher vermuten in den nachträglich ausgetauschten neun Arien Spuren einer Zensur oder eines Zerwürfnisses zwischen Komponist und Librettist. Nach der erfolgreichen Uraufführung blieb die Oper im 18. Jahrhundert ohne bekannte Nachspielzeit und wurde erst seit den 2000er Jahren wiederentdeckt.