Über das Werk
Tragédie en musique in einem Prolog und fünf Akten von Jean-Baptiste Lully nach einem Libretto von Philippe Quinault, das auf Torquato Tassos Versepos „Das befreite Jerusalem“ (1581) zurückgeht. Die Oper wurde am 15. Februar 1686 im Théâtre du Palais-Royal in Paris durch die Académie royale de musique uraufgeführt und blieb Lullys letztes vollständig von ihm selbst vollendetes Bühnenwerk.
Handlung
Die Zauberin Armide hat zahlreiche Kreuzritter in ihren Bann geschlagen, doch den tapferen Renaud kann sie nicht bezwingen. Als sie ihn im Schlaf töten will, überwältigt sie seine Erscheinung, und sie verliebt sich in ihn, statt ihn zu vernichten. Zwei Gefährten befreien Renaud schließlich mit magischen Gegenständen aus Armides Bann; er verlässt sie, worauf sie verzweifelt ihr Zauberschloss zerstört.
Kulturelle Bedeutung
Schon Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts galt Armide als Lullys Meisterwerk; die Szene, in der die Titelfigur zwischen Rachewunsch und Liebe schwankt, gilt als einer der psychologisch differenziertesten Momente der frühen französischen Oper. Das Werk blieb bis 1761 im Repertoire der Pariser Oper und diente Gluck 1777 als Vorlage für eine eigene Vertonung desselben Stoffes.
