Über das Werk
Ariodante ist eine Opera seria in drei Akten von Georg Friedrich Händel nach einem Libretto, das auf Antonio Salvis Textbuch „Ginevra, Principessa di Scozia“ (1708) zurückgeht, seinerseits inspiriert von Ludovico Ariostos Versepos „Orlando furioso“. Händel komponierte das Werk zwischen August und Oktober 1734 für sein neues Ensemble am Covent Garden Theatre; die Uraufführung fand am 8. Januar 1735 in Anwesenheit von König Georg II. und Königin Caroline statt.
Handlung
Der schottische Ritter Ariodante liebt Prinzessin Ginevra, doch der intrigante Herzog Polinesso lässt die als Ginevra verkleidete Zofe Dalinda in ihr Zimmer, um Ariodante von einer Untreue zu überzeugen. Verzweifelt stürzt sich Ariodante von einer Klippe, überlebt jedoch heimlich. Ginevra soll wegen des vermeintlichen Fehltritts hingerichtet werden, bis Dalindas Geständnis und Ariodantes Rückkehr die Wahrheit ans Licht bringen und das Paar rehabilitiert wird.
Kulturelle Bedeutung
Für die Titelpartie schrieb Händel drei ausgedehnte Bravourarien für den Kastraten Giovanni Carestini, ergänzt um Balletteinlagen für die aus Paris engagierte Tänzerin Marie Sallé am Ende jedes Akts. Königin Caroline empfand das Werk als zu „pathetisch und düster“ für ihren Geschmack; erst die historisch informierte Wiederaufführung 1981 an der Piccola Scala in Mailand brachte der Oper neue Anerkennung.