Über das Werk
Ariodant ist eine Opéra comique in drei Akten von Étienne-Nicolas Méhul nach einem Libretto von François-Benoît Hoffman, das auf derselben Episode aus Ariosts Orlando furioso beruht wie später Händels Ariodante. Die Uraufführung fand am 11. Oktober 1799 am Théâtre Favart in Paris statt.
Handlung
Am Hof König Edgards von Schottland liebt der Ritter Ariodant die Prinzessin Ina. Der Bösewicht Othon täuscht Ariodant durch eine vorgetäuschte nächtliche Begegnung über Inas angebliche Untreue, worauf sie der Unzucht angeklagt wird; erst Inas Zofe Dalinde deckt Othons Intrige und dessen Mordversuch an ihr auf.
Kulturelle Bedeutung
Méhul widmete die Partitur seinem Freund Luigi Cherubini. Musikhistoriker heben die dunkle, mit Solocelli und unisono geführten Bässen instrumentierte Nachtszene sowie ein wiederkehrendes Erinnerungsmotiv hervor, das die spätere Leitmotivtechnik vorwegnimmt; das Werk beeinflusste maßgeblich die deutsche Romantische Oper, insbesondere Webers Euryanthe (1823).
