Über das Werk
„Aqua Tofana“ ist ein Theaterstück der Dramatikerin Ivana Sokola, die 2021 für „Kill Baby“ den Kleist-Förderpreis erhielt. Den Text entwickelte sie im Austausch mit der Regisseurin Jana Vetten und dem Ensemble, unter anderem in einer gemeinsamen Recherchewoche; die Arbeit daran förderte der Deutsche Literaturfonds. Die Uraufführung fand am 15. Januar 2025 als Eigenproduktion des Kosmos Theaters in Wien statt, in der Regie von Jana Vetten und mit Musik von Katarina Maria Trenk.
Handlung
Drei wütende FLINTA*-Personen haben sich eine Handbreit unter der Erdoberfläche in eine Höhle zurückgezogen. Dort wollen sie sich vom zermürbenden Kampf gegen das Patriarchat, von Sorgearbeit und endlosen Debatten erholen und einfach einmal ausruhen. Doch Erfahrungen, Müdigkeit und vor allem ihre Wut tragen sie mit in den Untergrund, bis diese sie wieder an die Oberfläche treibt, wo sie die alten Machtverhältnisse kaum verändert vorfinden. Chorisches Sprechen, Lieder und einzelne Erzählungen wechseln einander ab.
Kulturelle Bedeutung
Der Titel verweist auf ein arsenhaltiges Gift, das im Italien des 17. Jahrhunderts hergestellt und vor allem von Ehefrauen zum Gattenmord eingesetzt wurde. Das Stück fragt, weshalb weibliche Wut über Jahrhunderte als Hysterie abgewertet wurde, und behandelt sie als verändernde Kraft. Die Wiener Kritik nannte die Uraufführung optisch eindrucksvoll und klar in ihrer Haltung, vermisste aber teils dramatische Handlung.
