Über das Werk
Angels'' Atlas ist ein Tanzstück der kanadischen Choreografin Crystal Pite, das 2020 für das National Ballet of Canada entstand. Das Staatsballett Berlin nahm es 2024 als zweiten Teil des Doppelabends „Overture" ins Repertoire. Zu einer Musikcollage aus Werken von Owen Belton, Morten Lauridsen und Peter Tschaikowsky entwickelt Pite ein Stück von meditativer Schönheit über Vergänglichkeit und das Unbekannte jenseits des Lebens.
Handlung
Bestimmend ist eine große, sich ständig verändernde Lichtwand im Hintergrund – ein magisches Spiel aus Wolkenfetzen, Kristallen, Funken und Schleiern, das wie eine Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits wirkt. Davor bewegt sich das Ensemble als fragiles, anschwellendes und wieder verebbendes menschliches Kollektiv. Pite verbindet moderne und neoklassische Bewegungssprache zu Bildern von großer Sogkraft, in denen einzelne Paare in lyrischen Pas de deux hervortreten. Das Stück sinnt über Sterblichkeit, Orientierung und das Geheimnis des Todes nach.
Kulturelle Bedeutung
Crystal Pite zählt zu den gefragtesten Choreografinnen der Gegenwart; Angels'' Atlas gehört zu ihren meistgespielten und gefeiertsten Arbeiten. Die Verbindung von präziser Ensembleführung, überwältigender Lichtdramaturgie und emotionaler Tiefe macht das Werk zu einem Höhepunkt des zeitgenössischen Balletts und brachte dem Staatsballett-Doppelabend besondere Aufmerksamkeit.
