Über das Werk
Einakter von Anton Tschechow, im Herbst 1884 geschrieben und auf seiner eigenen Erzählung „Im Herbst“ von 1883 basierend. Die Zensur lehnte das Stück 1885 als zu trostlos für die Aufführung ab; erst 1914, zehn Jahre nach Tschechows Tod, veröffentlichte seine Schwester Maria den Text in einer Gedenkanthologie.
Handlung
In einer Schenke an einer Landstraße kommen in einer stürmischen Nacht Wanderer, Pilger und Fuhrleute unter, darunter der heruntergekommene, dem Alkohol verfallene frühere Gutsbesitzer Borzow und der Landstreicher Merik. Als Borzows Frau Marja, die ihn einst wegen eines anderen Mannes verlassen hat, zufällig ebenfalls Zuflucht sucht, gerät Merik außer sich vor Wut über ihr früheres Verhalten und geht mit einer Axt auf sie los; unmittelbar danach bricht er, sein eigenes Versagen beweinend, zusammen.
Kulturelle Bedeutung
Als eines der frühesten erhaltenen Bühnenwerke Tschechows zeigt das Stück bereits Züge seiner späteren Dramatik, etwa die genaue Zeichnung einer Gruppe von Nebenfiguren und die Verlagerung der Katastrophe ins Innere der Figuren. Wegen seiner langen Zensurgeschichte blieb es zu Lebzeiten des Autors unbekannt und wird bis heute vor allem als Rarität aus seiner frühen Schaffensphase wahrgenommen.
