Über das Werk
Molière schrieb „Amphitryon“ 1668 als Komödie in drei Akten mit Prolog, nach dem Vorbild von Plautus’ „Amphitruo“. Die öffentliche Uraufführung fand am 13. Januar 1668 im Théâtre du Palais-Royal in Paris statt.
Handlung
Während der Feldherr Amphitryon im Krieg ist, nimmt Jupiter dessen Gestalt an, um eine Liebesnacht mit dessen Frau Alkmene zu verbringen; sein Diener Merkur verwandelt sich dafür in Amphitryons Diener Sosias. Als der echte Amphitryon zurückkehrt, sorgt die doppelte Besetzung beider Rollen für Verwirrung und Streit um Alkmenes Treue. Erst als Jupiter sich zu erkennen gibt und die künftige Geburt des Herkules ankündigt, löst sich die Verwicklung.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück wurde bis Ostern 1668 29-mal gespielt und war einer von Molières großen Erfolgen. Manche Zeitgenossen lasen in Jupiters Liebesabenteuern eine versteckte Anspielung auf Ludwig XIV.; die Figur des Sosias machte das Wort „Sosie“ im Französischen zum Synonym für einen Doppelgänger. Das Werk diente später auch Heinrich von Kleist als Vorlage für seine eigene Tragikomödie „Amphitryon“.
