Altbau in zentraler Lage
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Altbau in zentraler Lage

Raphaela Bardutzky
Theater · 2024

Über das Werk

Altbau in zentraler Lage. Eine Schaueroper ist ein Theaterstück von Raphaela Bardutzky, ein Auftragswerk des Schauspiel Leipzig, das dort am 22. November 2024 in der Regie von Salome Schneebeli uraufgeführt wurde – mit Deutscher Gebärdensprache. 2025 war es zu den 50. Mülheimer Theatertagen eingeladen, Bardutzkys erster Nominierung.

Handlung

Im Kern geht es um den Kampf um leistbaren Wohnraum: Immobilienspekulanten drängen die prekär beschäftigte junge Zoey aus ihrer Altbauwohnung, der historische Bau soll abgerissen und durch teure Neubauten ersetzt werden. Bardutzky erzählt diese alltägliche Wohnungsmarkt-Krise jedoch nicht als hartes Sozialdrama, sondern als „Schaueroper": Ungute Geister treten auf, Musik wird zur Waffe. Gegen ihre akustischen Attacken wehrt sich Zoey mit lautem Techno – sehr zum Leidwesen ihrer tauben Nachbarin Trisha, die die Gespenstermusik nicht hört, wohl aber nachts die Bässe von nebenan. Aus dem Zusammenprall von Lautsprache und Deutscher Gebärdensprache entwickelt das Stück sein eigentliches Motiv: Verständigung.

Kulturelle Bedeutung

Altbau in zentraler Lage mischt die Ästhetiken von Schauergeschichte, Groschenroman und Clubkultur und bringt deutsche Lautsprache und Deutsche Gebärdensprache gleichberechtigt auf eine Bühne – die Dialogszenen erarbeitete die Autorin mit der gehörlosen Schauspielerin Athena Lange. So verhandelt das Stück nicht nur Wohnungsnot und Gentrifizierung, sondern auch Audismus, die Diskriminierung tauber Menschen, und das Verhältnis von Sprache und Macht. Es gilt als ungewöhnlich gelungenes Beispiel inklusiven Theaters.

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