Über das Werk
Almira, Königin von Castilien ist ein Singspiel in drei Akten und Händels erste Oper, komponiert im Alter von 19 Jahren für die Hamburger Gänsemarkt-Oper. Das Libretto von Friedrich Christian Feustking beruht auf einer italienischen Vorlage von Giulio Pancieri; die Uraufführung fand am 8. Januar 1705 statt, mit dem Komponisten und Musikschriftsteller Johann Mattheson in der Rolle des Fernando. Wie in der Hamburger Operntradition der Zeit üblich, wechseln deutsche Rezitative mit italienisch gesungenen Arien.
Handlung
Königin Almira von Kastilien soll laut väterlichem Testament einen Mann aus dem Haus Consalvo heiraten, liebt aber heimlich ihren Sekretär Fernando, dessen Herkunft ungeklärt ist. Zwischen Eifersucht, vorgetäuschten Zuneigungen und Verwechslungen mehrerer Paare verdichten sich die Verwicklungen, bis sich herausstellt, dass Fernando der verschollene Sohn Consalvos ist. Almiras Liebesheirat erfüllt damit zugleich die testamentarische Bedingung.
Kulturelle Bedeutung
Almira wurde ein großer Erfolg und blieb bis Februar 1705 rund 20 Mal auf dem Spielplan – ungewöhnlich lang für die Gänsemarkt-Oper. Sie ist die einzige von Händels Hamburger Opern, deren Musik weitgehend überliefert ist; ein Sarabandenthema aus der Partitur verwendete er später für die berühmte Arie „Lascia ch'io pianga“ in Rinaldo.
