Über das Werk
„Alles Schwindel“ ist eine musikalische Burleske des Komponisten Mischa Spoliansky nach einem Buch mit Liedtexten von Marcellus Schiffer, die Elemente von Revue, Operette, Kabarett und Jazz verbindet. Die Uraufführung am 11. April 1931 in einem Theater am Berliner Kurfürstendamm inszenierte Gustaf Gründgens. Zur Premiere reiste Marlene Dietrich eigens aus Hollywood an.
Handlung
Über eine Heiratsanzeige lernen sich zwei Menschen kennen, die beide mehr scheinen wollen, als sie sind: Erna Schmidt gibt sich als wohlhabende Erbin Evelyne Hill aus, Artur Henschke als Geschäftsmann Tonio Hendricks. Nach einem Autounfall beim ersten Rendezvous brauchen beide dringend 30.000 Mark und geraten auf der Jagd nach dem Geld in ein Geflecht aus Lügen, Hochstapelei und Heuchelei. Im Berlin der späten Weimarer Jahre treffen sie dabei auf lauter weitere Schwindler, die falsche Identitäten und vorgetäuschte Gefühle einsetzen.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk gehört zur Berliner Revuekultur um 1930, deren Künstlerinnen und Künstler, darunter viele jüdische, nach 1933 verfolgt wurden oder emigrieren mussten; auch Spoliansky ging nach London, und die Burleske verschwand für Jahrzehnte von den Bühnen. Weil die Orchesterpartitur als verloren galt, stützten sich die ersten Wiederaufführungen seit 2017 auf Rekonstruktionen nach dem Klavierauszug; die originale Partitur ist inzwischen in einem Nachlass wiederaufgetaucht.