Über das Werk
Alexander Puschkin (Die letzten Tage) ist ein Drama in vier Akten von Michail Bulgakow über die letzten Wochen im Leben des Dichters. Bulgakow schrieb es ab 1935 und überarbeitete es bis zum 9. September 1939; er erlebte die Uraufführung am Moskauer Künstlertheater 1943 nicht mehr. Eine Besonderheit des Stücks: Puschkin selbst tritt nie auf und spricht kein einziges Wort.
Handlung
Im Januar/Februar 1837 in St. Petersburg spitzt sich der Konflikt um Puschkins Ehefrau Natalja und ihren Verehrer, den Kavallerieoffizier d'Anthès, zu. Bulgakow zeigt Puschkin nur durch die Reaktionen seiner Umgebung – Familie, Freunde, Höflinge und Zensoren – und lässt das tödliche Duell als von höchster Stelle geduldete Intrige erscheinen.
Kulturelle Bedeutung
Indem er den Dichter von der Bühne fernhält, verweigert Bulgakow jede pathetische Verklärung und rückt stattdessen den Überwachungs- und Zensurapparat um Zar Nikolaus I. in den Mittelpunkt. Das Stück blieb bis 1958 im Repertoire des Künstlertheaters und wurde später zweimal verfilmt (1986, 2002).