Über das Werk
"Alessandro Severo" ist ein Pasticcio Georg Friedrich Händels: Auf ein neues Libretto nach Apostolo Zenos 1716/17 für Antonio Lotti verfasstem Text komponierte Händel nur Ouvertüre und Rezitative neu, während sämtliche Arien aus seinen eigenen früheren Opern "Giustino", "Berenice" und "Arminio" stammen. Die Uraufführung fand am 25. Februar 1738 am King's Theatre in London statt, mit dem Kastraten Caffarelli in der Titelrolle.
Handlung
Kaiser Alessandro Severo hat seine junge Gemahlin Sallustia zur Augusta erhoben und ihr damit Ehren zugesprochen, die zuvor allein seiner Mutter Giulia Mammea vorbehalten waren. Aus Eifersucht sucht Giulia, die Rivalin loszuwerden, während Sallustias Vater, der Feldherr Marziano, sich gegen die von ihm empfundene Kränkung seiner Familie erhebt.
Kulturelle Bedeutung
Als Pasticcio aus ausschließlich eigenem Material zeigt das Werk, wie Händel zu Beginn einer schwierigen Spielzeit auf bewährte eigene Musik zurückgriff, um mit geringerem Kompositionsaufwand ein neues Stück auf die Bühne zu bringen; an der Kasse blieb der Erfolg dennoch aus, und die Oper geriet danach für Jahrzehnte in Vergessenheit, bis sie 1997 am Royal College of Music in London wiederentdeckt wurde.
