Über das Werk
Pantomime ohne Worte von Samuel Beckett, 1956 auf Wunsch des Tänzers und Mimen Deryk Mendel zunächst für ein Pariser Cabaret-Programm auf Französisch verfasst; da die dortige Bühne keinen Schnürboden für die vorgesehenen herabschwebenden Requisiten besaß, kam es stattdessen am 3. April 1957 im Royal Court Theatre London im Anschluss an eine Aufführung von Becketts „Endspiel" zur Uraufführung. Die Bühnenmusik komponierte Becketts Cousin John S. Beckett.
Handlung
Ein namenloser Mann wird in eine wüstenhafte Bühnenlandschaft geworfen. Immer wieder bietet ihm ein unsichtbarer Mechanismus Gegenstände an – einen Baum mit Schatten, eine Schere, Würfel, eine Wasserflasche außer Reichweite –, die ihm entzogen oder unbrauchbar gemacht werden, sobald er gelernt hat, sie sinnvoll einzusetzen.
Kulturelle Bedeutung
Die stumme Studie über vereitelte Anstrengung gilt als eine der klarsten Bühnenformeln für Becketts Weltsicht: Der Mensch handelt vernunftgeleitet, scheitert aber an Bedingungen, die er nicht beeinflussen kann. Beckett griff dafür auf Muster antiker Mythen wie den des Tantalus sowie auf die Gestik der Stummfilmkomödie zurück.