Über das Werk
Der Einakter in Versen entstand zwischen 1942 und 1944 und bildet, nach Aischylos' „Agamemnon", den zweiten Teil von Hauptmanns Atriden-Zyklus. Die Uraufführung leitete Heinz Wolfgang Litten am 10. November 1947 in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin, mit Walther Süssenguth als Agamemnon und Gerda Müller als Klytämnestra; die Musik stammte von Herbert Baumann.
Handlung
Zehn Jahre nach Kriegsende befragen Orest, Pylades und Elektra an einem verborgenen Demetertempel bei Mykene den Tempelwächter Thestor nach dem Schicksal der Heimkehrer. Der verarmt und als Bettler verkleidet heimkehrende Agamemnon wird von seiner Frau Klytämnestra und deren Liebhaber Aigisthos ermordet; mit ihm stirbt auch die gefangene Seherin Kassandra.
Kulturelle Bedeutung
Die Forschung sieht in dem kurzen Stück das verbindende Scharnier zwischen dem ersten und dem letzten Teil der Tetralogie; manche Interpreten zogen Parallelen zwischen Agamemnons katastrophaler Heimkehr und dem Rückzug der Wehrmacht im Jahr der Stückentstehung.