Über das Werk
Adrien ist eine Oper von Étienne-Nicolas Méhul nach einem Libretto von François-Benoît Hoffman, das auf Metastasios „Adriano in Siria“ zurückgeht. Komponiert bereits 1791, konnte das Werk wegen fortwährender politischer Zensur erst am 4. Juni 1799 an der Pariser Opéra uraufgeführt werden.
Handlung
Der römische Feldherr Adrien verliebt sich in Émirène, eine gefangene parthische Prinzessin, während seine Verlobte Sabine anreist. Nach kriegerischen Verwicklungen zeigt sich Adrien großmütig: Er begnadigt Émirènes Vater Cosroès, gestattet dessen Tochter die Heirat mit Pharnaspe und bittet die zurückgewiesene Sabine dennoch, an seiner Seite Kaiserin zu werden.
Kulturelle Bedeutung
Die ursprüngliche Fassung fiel 1792 der revolutionären Zensur zum Opfer; die überarbeitete Version musste den Titelhelden vom Kaiser zum General herabstufen, bevor sie 1799 auf die Bühne durfte. Hector Berlioz lobte die unveröffentlichte Partitur später als eines der feinsten Werke Méhuls. 2012 legte das Palazzetto Bru Zane mit György Vashegyi die erste Gesamteinspielung vor.
