Über das Werk
Adina, ossia Il califfo di Bagdad ist eine Farsa in einem Akt von Gioachino Rossini nach einem Libretto des Marchese Gherardo Bevilacqua-Aldobrandini. Rossini komponierte das Werk bereits 1818 als Privatauftrag eines portugiesischen Adeligen, der es einer verehrten Sängerin schenken wollte; uraufgeführt wurde es jedoch erst acht Jahre später, am 22. Juni 1826, am Teatro de São Carlos in Lissabon – Rossini hat die Oper wahrscheinlich nie auf der Bühne gehört.
Handlung
Im Harem des Kalifen von Bagdad ist die Sklavin Adina dem Kalifen versprochen, der sie liebt, weil sie ihn an Zora aus seiner Jugend erinnert. Adinas Herz gehört jedoch Selimo, ihrem totgeglaubten Jugendgefährten. Als Selimo zurückkehrt, versucht das Paar zu fliehen, wird jedoch entdeckt. Ein Medaillon mit dem Bildnis des Kalifen entlarvt Adina schließlich als Tochter Zoras und damit als Tochter des Kalifen selbst – der Weg für die Liebenden ist frei.
Kulturelle Bedeutung
Eine Ouvertüre schrieb Rossini nicht, da sie im Vertrag nicht vorgesehen war; nur vier der Nummern stammen direkt von ihm, drei weitere übernahm er aus seiner eigenen Oper „Sigismondo“. Als exotisches Entführungssujet reiht sich Adina in die damals beliebte Tradition der „Verführung aus dem Serail“ ein, blieb aber wegen ihrer ungewöhnlichen Entstehungs- und Aufführungsgeschichte eine Randerscheinung in Rossinis Werk.
