Über das Werk
Oper in drei Akten von Gaetano Donizetti nach einem Libretto von Felice Romani (1. und 2. Akt) und Girolamo Maria Marini (3. Akt), das auf dem französischen Bühnenstück „Adèle de Lusignan ou La fille de l’archer“ beruht. Donizetti erhielt den Auftrag vom römischen Impresario Vincenzo Jacovacci; da Romani sein älteres Libretto „La figlia dell’arciere“ (1833) nicht mehr überarbeitete, musste Marini kurzfristig den dritten Akt liefern – Donizetti traf erst Mitte Dezember 1840 mit dem fertigen Schlussakt in Rom ein.
Handlung
Im 14. Jahrhundert wird der Graf Oliviero beschuldigt, die Ehre der Bogenschützentochter Adelia verletzt zu haben. Ihr Vater Arnoldo fordert zur Wiederherstellung der Ehre eine Hochzeit, der der Herzog zustimmt – heimlich plant er jedoch, Oliviero danach hinrichten zu lassen. Als Adelia von dem Plan erfährt, versucht sie, die Vermählung zu verhindern, doch der Herzog besinnt sich am Ende und schenkt Oliviero das Leben.
Kulturelle Bedeutung
Die für die Sopranistin Giuseppina Strepponi geschriebene Titelpartie stand bei der Uraufführung am 11. Februar 1841 im Teatro Apollo in Rom zunächst unter keinem guten Stern: Ein Vorverkauf über die Platzzahl hinaus löste Tumulte im Saal aus, Strepponi und Orchester sollen die Aufführung nach wenigen Nummern abgebrochen haben, der Impresario wurde festgenommen. Spätere Vorstellungen liefen deutlich erfolgreicher, doch weil die Titelrolle eng auf Strepponis Stimme zugeschnitten war, blieb „Adelia“ auch während der Bel-canto-Wiederentdeckung des 20. Jahrhunderts ein selten gespieltes Werk.
