Über das Werk
„Ein Sommernachtstraum" ist ein abendfüllendes Ballett von Edward Clug, das am 21. Februar 2025 an der Deutschen Oper Berlin durch das Staatsballett Berlin uraufgeführt wurde. Clug zeichnet für Konzept, Libretto und Choreografie verantwortlich; die Musik ist ein eigens komponiertes Auftragswerk von Milko Lazar, gespielt vom Orchester der Deutschen Oper Berlin. Die Ausstattung stammt von Marko Japelj (Bühne) und Leo Kulaš (Kostüme), das Licht von Tomaž Premzl, das Video von Rok Predin. Auf Grundlage von Shakespeares Komödie verschmelzen Traum und Wirklichkeit zu einem rund zweieinhalbstündigen Tanzabend.
Handlung
Am Hof von Athen bereiten Theseus und Hippolyta ihre Hochzeit vor, während vier junge Liebende — Hermia, Lysander, Helena und Demetrius — in ein Geflecht aus Begehren, Eifersucht und Verwechslung geraten. Ihre Flucht führt sie in den Wald, der bei Clug weniger Naturraum als Traumzone ist: das Reich von Oberon und Titania, König und Königin der Feen. Durch Pucks magische Eingriffe verlieben sich die Figuren in die falschen Personen, Identitäten geraten ins Wanken, und der Handwerker Bottom wird in ein groteskes Zwischenwesen verwandelt. Am Morgen lösen sich die Verzauberungen, die Paare finden neu zueinander, und die höfische Ordnung kehrt zurück — doch sie bleibt nicht ganz unschuldig, denn das Stück führt vor, wie Liebe, Macht und Fantasie Menschen lenken und manipulieren.
Kulturelle Bedeutung
Shakespeares „A Midsummer Night's Dream" entstand um 1595/96 und gehört zu den meistgespielten Komödien überhaupt; sein Gegeneinander von Hof, Liebenden, Feenwelt und Handwerkern macht den Stoff für den Tanz besonders dankbar. Clug, künstlerischer Leiter des Balletts im slowenischen Maribor, interessiert sich erklärtermaßen für Stoffe, in denen das Unsichtbare und Unwirkliche in die reale Welt eingreift und sie einem „magischen Realismus" annähert — der Sommernachtstraum ist dafür eine ideale Vorlage. Die Produktion entstand in enger Zusammenarbeit mit Kostümbildner Leo Kulaš und Bühnenbildner Marko Japelj; allein die Kostümarbeit zog sich über fast 13 Monate hin, mit rund 40 Kostümen für etwa 91 einzukleidende Figuren der ersten Besetzung.
