74 Minuten
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74 Minuten

Raphaela Bardutzky
Theater · 2025
Zeitgenossen

Über das Werk

„74 Minuten“ ist ein Theaterstück von Raphaela Bardutzky, die seit der Spielzeit 2025/26 Hausautorin am Staatstheater Nürnberg ist. Uraufgeführt wurde es am 5. Oktober 2025 in den Nürnberger Kammerspielen, Regie führte Hannah Frauenrath. Den Titel liefern drei sehr verschiedene Vorgänge, die jeweils 74 Minuten dauern: ein durchschnittlicher Einsatz im Rettungsdienst, Beethovens 9. Sinfonie unter dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler und die Reinigung von 300 Quadratmetern Bürofläche.

Handlung

Das Stück verschränkt je 74 Lebensminuten von sechs erfundenen Figuren, deren Namen an musikalische Tempo- und Vortragsbezeichnungen angelehnt sind. Zu ihnen gehören eine frühere Skisportlerin, die vor dem Fernseher versehentlich einen Notruf auslöst, ein Team im Rettungswagen, die Reinigungskraft Rubata und ein Steueranwalt, der seinen Zug verpasst. Dazwischen stehen historische Episoden um Ludwig van Beethoven, der sich weigerte, für napoleonische Truppen zu spielen, und um Wilhelm Furtwängler, der unter dem NS-Regime weiter dirigierte. Den einen fehlt die Zeit, den anderen bleibt zu viel davon.

Kulturelle Bedeutung

Bardutzky behandelt Zeit als politische Kategorie, die bestimmt, wie Menschen arbeiten, leben und füreinander sorgen; berührt werden Einsamkeit im Alter, prekäre Arbeit im Gesundheitswesen und in der Reinigung, Steuerflucht und unbezahlte Sorgearbeit. Die Kritik hob bei der Uraufführung das Ensemble und die genau gebauten psychologischen Miniaturen hervor, merkte aber teils an, dass die vielen Themen nur angerissen werden.

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Staatstheater Nürnberg · Nürnberg
24. Oktober 2026
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