Das Theater Hagen wurde als Städtisches Schauspielhaus am 5. Oktober 1911 eingeweiht und befindet sich im historischen Gebäude in der Hagener Innenstadt. Der programmatische Schwerpunkt liegt im Bereich des Musiktheaters. Für einen zunächst beabsichtigten Theater- und Konzertsaal-Neubau wurde im April 1909 ein Architekturwettbewerb angekündigt, der jedoch nach kurzer Zeit wegen Wechsel des Bauplatzes und Änderung des Bauprogramms (in einen reinen Theaterbau) aufgeschoben werden musste. Parallel dazu wurde die für das Bauprojekt im Februar 1908 gegründete Hagener Stadthallen-AG zum 28. Juli 1909 in Hagener Theater-AG umbenannt. Mit entsprechend angepassten Vorgaben und Bedingungen konnte der Wettbewerb aber noch im November 1909 abgeschlossen werden. Man entschied sich nach kontroverser Diskussion für den mit dem 2. Preis (in Höhe von 2.000 Mark) ausgezeichneten Wettbewerbsentwurf des damals in Darmstadt tätigen Architekten Ernst Vetterlein, und am 27. Mai 1910 beschloss der Aufsichtsrat der Hagener Theater-AG endgültig den Theater-Neubau an der Elberfelder Straße. Unter Vetterleins Leitung entstand das Gebäude für rund 650.000 Mark. Die Innengestaltung stammte von Franz Vlasdeck. Das Gebäude wurde am 5. Oktober 1911 mit einer Aufführung von Friedrich Schillers Wallenstein feierlich eröffnet. Die von der Hagener Bildhauerin Milly Steger geschaffenen vier weiblichen Figuren über dem Portal gaben wegen ihrer Nacktheit Anlass zu Protesten.
Das Theater Hagen, eröffnet 1911 im Jugendstil, war im frühen 20. Jahrhundert Zentrum des Hagener Impulses — einer von Karl Ernst Osthaus initiierten Reformbewegung für Architektur und Kunsthandwerk.
