Die Oper Leipzig am Augustusplatz ist eines der traditionsreichsten deutschen Opernhäuser und wurde 1693 als drittes bürgerliches Opernhaus Deutschlands nach Hamburg und Braunschweig gegründet — nur wenige Jahre nach der Gründung der Hamburgischen Oper. Das heutige Gebäude, 1960 im Stil des sozialistischen Klassizismus eröffnet, wurde auf dem Grund des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Neuen Theaters von 1868 errichtet und bildet mit dem benachbarten Gewandhaus zu Leipzig ein architektonisches Ensemble der DDR-Moderne. Die Bühne fasst 1.273 Zuschauer und beherbergt das Leipziger Opernensemble sowie das Leipziger Ballett. Das Gewandhausorchester, eines der ältesten und renommiertesten Konzertorchester der Welt, spielt im Orchestergraben bei jeder Vorstellung — eine einzigartige Doppelfunktion, die Leipzig in der europäischen Opernlandschaft auszeichnet. Historisch wurden an der Oper Leipzig bedeutende Werke uraufgeführt, darunter Wagners Opern-Frühwerk. Unter den Intendanzen von Joachim Herz (1959-1976) und Udo Zimmermann (1990-1998) erlangte das Haus internationale Bedeutung für das Regietheater. Seit 2022 leitet Tobias Wolff das Haus und setzt auf ein Repertoire, das Klassik und wiederentdeckte Raritäten verbindet.
Die Oper Leipzig ist die drittälteste bürgerliche Musiktheaterbühne Europas und wurde 1693 gegründet — noch vor den Opernhäusern in Hamburg und Wien.
