Die Oper Frankfurt am Willy-Brandt-Platz (früher Theaterplatz), eröffnet am 23. Dezember 1951 mit Christoph Willibald Glucks „Iphigénie en Tauride" nach Plänen des Architekten Otto Apel, gilt seit drei Jahrzehnten als eines der innovativsten und meistausgezeichneten Opernhäuser Deutschlands. Das von der Zeitschrift „Opernwelt" mehrfach zum „Opernhaus des Jahres" gewählte Haus (2003, 2015, 2018, 2020) folgte als provisorischer Nachfolger auf das im Krieg zerstörte Schauspielhaus von 1902 — und behielt diese Funktion bis heute. 1987 wurde das Gebäude durch einen verbindenden Zwischenbau zum „Doppelhaus" mit dem Schauspiel Frankfurt zusammengeführt, beide bilden seither die „Städtischen Bühnen Frankfurt". Der Hauptsaal mit 1.385 Plätzen wirkt äußerlich nüchtern, ist aber akustisch und produktionstechnisch zu einem der vielseitigsten Häuser Europas geworden. Unter den Intendanzen von Michael Gielen (1977–1987), Sylvain Cambreling und seit 2002 Bernd Loebe wurde Frankfurt zur deutschen Bühne für intelligente Regie und unkonventionelles Repertoire: selten gespielte Werke von Schreker, Hindemith und Korngold, Wiederentdeckungen von Marschner und Cherubini, hochkarätige Uraufführungen wie Hans Zenders „Don Quijote de la Mancha" (1993) und Aribert Reimanns „Medea" (2010). Das hauseigene Frankfurter Opern- und Museumsorchester — mit fast dreihundertjähriger Geschichte eines der ältesten Operorchester Deutschlands — spielt unter dem Generalmusikdirektor Thomas Guggeis. Ensemblepflege und langfristige Verträge mit jungen Sängern haben Frankfurt zur Talentschmiede gemacht: viele heutige Weltstars (Diana Damrau, Joyce DiDonato, Asmik Grigorian) hatten hier wichtige Stationen ihrer frühen Karriere.
Mit vier „Opernhaus des Jahres"-Titeln in 20 Jahren (Opernwelt-Magazin: 2003, 2015, 2018, 2020) ist die Oper Frankfurt das meistausgezeichnete deutsche Opernhaus dieses Jahrhunderts.
