Das Berliner Ensemble wurde 1949 von Bertolt Brecht und Helene Weigel gegründet und spielt bis heute im historischen Theater am Schiffbauerdamm — jenem Haus, in dem 1928 die Dreigroschenoper uraufgeführt wurde. Das elegante Neobarock-Gebäude am Bertolt-Brecht-Platz nahe des Bahnhofs Friedrichstraße stammt aus dem Jahr 1892 und ist seit seiner Errichtung eine zentrale Bühne des Berliner Theaterlebens. Unter Brechts künstlerischer Leitung wurde das Berliner Ensemble zum international einflussreichsten Theater des 20. Jahrhunderts und definierte Konzepte des politischen Theaters, des Ensemble-Spiels und des lehrreichen Erzählens, die die weltweite Theaterpraxis transformierten. Brecht inszenierte eigene Werke — Mutter Courage, Der kaukasische Kreidekreis, Die Mutter — in legendären Produktionen, die in Paris, London und anderen Metropolen gastierten. Nach dem Zusammenbruch der DDR führten Claus Peymann und Oliver Reese das Haus fort und verbanden brechtsches Erbe mit zeitgenössischem internationalen Repertoire.
Über dem Bühnenportal steht bis heute „Dem Wahren, Schönen, Guten" — Brecht hängte zu DDR-Zeiten demonstrativ KEIN sozialistisches Motto darüber, was geduldet wurde.
