Über das Werk
Burleske in zwei Akten von Johann Nestroy, uraufgeführt am 4. August 1846 im Theater in der Leopoldstadt und im selben Sommer auch am Königlich Städtischen Theater in Pest gespielt; die Musik schrieb Adolf Müller senior. Direktor Carl Carl bestellte das Stück für seine Sommertournee, Vorlage war das französische Vaudeville „Le Nouveau Juif errant“ von François-Antoine Varner (1846), das seinerseits auf Eugène Sues Roman „Le Juif errant“ (1844) anspielt.
Handlung
Der mittellose Maler Kranz wird von seinem Gläubiger Holper wiedererkannt und schließt sich, um Geld zu verdienen, einer reisenden Theatertruppe an – ausgerechnet für die Rolle des „Ewigen Juden“. Als ein zweiter Darsteller dieselbe Rolle beansprucht, kommt es zu Verwechslungen und einem Duell, bis sich am Ende herausstellt, dass Kranz der rechtmäßige Erbe eines indischen Vermögens ist, das unter mehreren Anwärtern ausgerechnet dem Mittellosesten zufallen soll.
Kulturelle Bedeutung
Die zeitgenössische Aufnahme fiel gemischt aus: Die Budapester Zeitschrift „Der Ungar“ nannte das Stück „ungereimtkomisch, formlos und inkonsequent“, während die Wiener Kritik uneins blieb, ob es Nestroys Talent gerecht werde. Das Stück zählt zu seinen letzten Possen vor der Revolution von 1848 und wurde in der neueren Forschung, etwa von John R. P. McKenzie, eingehend untersucht.