Zerbombt
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Zerbombt

Sarah Kane
Theater · 1995

Über das Werk

Sarah Kanes „Zerbombt" („Blasted") wurde 1995 am Royal Court Theatre in London uraufgeführt und löste einen der größten Theaterskandale der britischen Nachkriegszeit aus. Das Stück gilt heute als Gründungswerk des „In-yer-face"-Theaters und als eines der wichtigsten englischen Dramen des späten 20. Jahrhunderts. Es verschränkt private Gewalt mit der Gewalt des Krieges.

Handlung

In einem teuren Hotelzimmer in Leeds treffen der zynische, todkranke und rassistische Boulevardjournalist Ian und die junge, verletzliche, von ihm abhängige Cate aufeinander. In der ersten Hälfte entfaltet sich ihre quälende, von Demütigung und Übergriff geprägte Beziehung in realistischer Form. Dann bricht unvermittelt der Krieg in das Zimmer ein: Ein Soldat dringt ein, eine Bombe zerstört das Hotel, und die private Szene kippt in die Bilder eines Bürgerkriegs. Es folgen Vergewaltigung, Verstümmelung und äußerste Grausamkeit; der Soldat berichtet von erlebten Gräueln. Am Ende, allein in den Trümmern, durchlebt der sterbende Ian eine Reihe elementarer Notlagen, während Cate ihm ein letztes Stück Brot bringt. Aus der Verschränkung von Schlafzimmer und Schlachtfeld entsteht ein radikales Bild menschlicher Gewalt.

Kulturelle Bedeutung

„Zerbombt" wurde bei der Uraufführung von der Presse heftig attackiert, gilt heute aber als Schlüsselwerk des modernen Theaters und als Initialzündung des „In-yer-face"-Theaters der 1990er-Jahre. Sarah Kanes kompromisslose Formsprache beeinflusste eine ganze Dramatikergeneration. Ihre Stücke gehören inzwischen zum internationalen Repertoire und werden weltweit gespielt und erforscht.

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