Über das Werk
Wer hat Angst vor Virginia Woolf? (Who's Afraid of Virginia Woolf?) ist ein Drama von Edward Albee, 1962 am Broadway uraufgeführt. Das Stück über einen nächtlichen, alkoholgetränkten Ehekrieg gilt als eines der bedeutendsten amerikanischen Dramen des 20. Jahrhunderts und als Meisterwerk der psychologischen Kriegführung auf der Bühne.
Handlung
Nach einer Fakultätsparty kehren der frustrierte Geschichtsprofessor George und seine Frau Martha, die Tochter des Universitätspräsidenten, spätnachts nach Hause zurück. Martha hat ein junges Paar eingeladen: den ehrgeizigen Biologieprofessor Nick und seine naive Frau Honey. In immer brutaleren „Spielen" — „Demütigt den Gastgeber", „Vögelt die Gastgeberin", „Bringt das Baby zur Strecke" — zerfleischen sich George und Martha vor ihren überforderten Gästen mit Sticheleien, Demütigungen und Enthüllungen. Im Lauf der durchzechten Nacht verschwimmen Wahrheit und Lüge, Realität und Illusion. Schließlich „tötet" George ihren gemeinsamen, nie existierenden Sohn — die zentrale Lebenslüge des Paares — und lässt beide erschöpft, aber vielleicht erstmals ehrlich zurück.
Kulturelle Bedeutung
Wer hat Angst vor Virginia Woolf? machte Edward Albee weltberühmt und brach Tabus durch seine schonungslose Darstellung von Ehe, Illusion und Selbstzerstörung. Mike Nichols' Verfilmung von 1966 mit Elizabeth Taylor und Richard Burton wurde zum Klassiker. Der Titel — eine Verballhornung von „Wer hat Angst vorm bösen Wolf" — wurde zum geflügelten Wort. Das Stück gehört zu den meistgespielten Dramen des modernen Theaters und gilt als Prüfstein für große Schauspielerpaare.
