Über das Werk
Oper in einem Akt für Sänger und Tänzer von Hans Werner Henze zu einem deutschen Libretto von Hans-Ulrich Treichel nach William Shakespeares Versepos „Venus and Adonis" (1593), uraufgeführt am 11. Januar 1997 an der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Markus Stenz in der Inszenierung Pierre Audis. Drei Sängerinnen und Sänger sowie sechs Madrigalisten kommentieren das Geschehen, während Tänzer und Mimen den antiken Mythos wortlos verkörpern.
Handlung
Eine Primadonna, ein alternder Heldendarsteller und der junge Sänger Clemente proben die Geschichte von Venus und Adonis – und geraten dabei selbst in einen erotischen Konflikt, der die mythologische Handlung zunehmend spiegelt. Auf der Tanzebene umwirbt Venus den schönen Jäger Adonis, während der eifersüchtige Kriegsgott Mars in Gestalt eines Ebers lauert. Am Ende überträgt sich die tödliche Eifersucht des Mythos auf die reale Ebene: Der Heldendarsteller tötet Clemente.
Kulturelle Bedeutung
Mit der Verschränkung von Gesang, Tanz und Pantomime sowie der doppelten Besetzung mythologischer Figuren durch Sänger und Tänzer knüpft das späte Kammeropernwerk an Henzes lebenslanges Interesse an Formen des Musiktheaters jenseits konventioneller Opernkonventionen an. Nach der Uraufführung folgten Produktionen unter anderem in Mannheim, Santa Fe, Toronto und Tokio.