Urinetown
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Urinetown

Mark Hollmann
Musical · 2001

Über das Werk

Urinetown ist ein satirisches Musical mit Musik von Mark Hollmann, Gesangstexten von Mark Hollmann und Greg Kotis sowie einem Buch von Greg Kotis. Die Uraufführung am Broadway 2001 wurde mit drei Tony Awards ausgezeichnet. Selbstironisch und voller Anspielungen auf das Genre selbst, parodiert das Stück die Konventionen des Musicals – und nimmt zugleich Kapitalismus, Umweltzerstörung und Behördenwillkür aufs Korn.

Handlung

Nach einer jahrzehntelangen Dürre sind in einer namenlosen Stadt private Toiletten verboten; wer seine Notdurft verrichten will, muss an den Bedürfnisanstalten eines profitgierigen Großkonzerns zahlen. Wer sich der Gebühr widersetzt, wird ins gefürchtete „Urinetown" verbannt – von wo niemand zurückkehrt. Als der junge Bobby Strong nach dem Schicksal seines Vaters genug hat, zettelt er einen Aufstand der Armen an und verliebt sich ausgerechnet in Hope, die Tochter des Konzernchefs. Während eine selbstbewusst kommentierende Erzählerfigur das Publikum durch die Handlung führt, eskaliert die Revolte – mit einem bewusst ernüchternden, anti-romantischen Ausgang.

Kulturelle Bedeutung

Urinetown wurde zum Überraschungserfolg und zum Liebling von Theatermachern, weil es mit großer Spielfreude die Mechanismen des Musicals offenlegt und parodiert – von Brechts „Dreigroschenoper" bis zu klassischen Broadway-Klischees. Sein selbstreferenzieller Witz, der unverblümt den eigenen unkommerziellen Titel und sein düsteres Ende thematisiert, machte es zu einem Kultstück. Nummern wie „Run, Freedom, Run!" zeigen, wie das Werk vertraute Formen liebevoll auf die Schippe nimmt, während es ernste Fragen nach Ressourcen und Gerechtigkeit stellt.

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