Über das Werk
„Ungeduld des Herzens“ ist der einzige vollendete Roman von Stefan Zweig. Er begann ihn 1936, schloss ihn 1938 ab, und 1939 erschien er im Exil bei Bermann-Fischer und Allert de Lange. Für die Bühne wird der Roman in eigenen Fassungen gespielt, die den Romantitel tragen.
Handlung
Der junge Leutnant Anton Hofmiller wird auf das Schloss des reichen ungarischen Magnaten Lajos von Kekesfalva eingeladen und lernt dort dessen gelähmte Tochter Edith kennen. Aus Mitleid, nicht aus Liebe, lässt er sich auf eine Verlobung mit ihr ein, verleugnet sie aber bald öffentlich. Edith stürzt sich daraufhin von einem Turm, und Hofmiller flieht, von Schuld getrieben, in die ersten Kämpfe des Ersten Weltkriegs. Eine wichtige Gegenfigur ist der Hausarzt Doktor Condor.
Kulturelle Bedeutung
Im Zentrum steht die Frage, wann Mitleid hilft und wann es zerstört; die Forschung sieht darin auch Einflüsse Nietzsches. Der Roman wurde vor allem im englischsprachigen Raum ein großer Publikumserfolg und sicherte Zweig im Exil finanziell ab, während die Kritik geteilt urteilte. Er wurde mehrfach verfilmt, zuerst 1946 von Maurice Elvey, und 1961 als Hörspiel unter der Regie von Gert Westphal produziert.
