Tod in Venedig
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Tod in Venedig

Benjamin Britten
Oper · 1973

Über das Werk

Benjamin Brittens Oper „Tod in Venedig" („Death in Venice") wurde 1973 in Aldeburgh uraufgeführt — Brittens letzte Oper, komponiert im Wissen um seine eigene tödliche Herzkrankheit. Das Libretto Myfanwy Pipers basiert auf Thomas Manns Novelle (1912). Die Oper ist eine ungeschönt-persönliche Bearbeitung des Stoffs — Britten identifizierte sich mit dem alternden Aschenbach.

Handlung

Der gealterte deutsche Schriftsteller Gustav von Aschenbach, in München in einer Schreib-Krise, beschließt nach Venedig zu reisen, um Inspiration zu finden. Im Hotel auf dem Lido fällt sein Blick auf den 14-jährigen polnischen Jungen Tadzio, der mit seiner Familie dort Urlaub macht. Aschenbach wird von einer obsessiven, nie ausgesprochenen Liebe ergriffen. Er kann nicht abreisen, beobachtet Tadzio jeden Tag am Strand. Eine Cholera-Epidemie bricht in Venedig aus; die Behörden vertuschen die Gefahr. Aschenbach könnte fliehen — bleibt aber. In einem Traum sieht er ein dionysisches Orgien-Ritual mit Tadzio im Zentrum. Aschenbach lässt sich vom Hotel-Friseur jugendlich schminken und färben — eine grotesken Verzweiflungs-Geste. Am letzten Tag, am Strand, sieht er Tadzio in der Ferne. Er stirbt in seinem Liegestuhl, blickend.

Kulturelle Bedeutung

Tod in Venedig ist Brittens persönlichstes Werk und sein Vermächtnis — komponiert für seinen Lebensgefährten Peter Pears als Aschenbach. Die Rolle des Tadzio ist eine reine Tanz-Rolle ohne Gesang — eine außergewöhnliche dramaturgische Lösung. Die musikalische Sprache verbindet Brittens lyrischen Stil mit gamelan-inspirierten Klangfarben (für Tadzios sphärische Welt). Inszenierungen Colin Grahams (Uraufführung), Robert Carsens, John Coxs prägten die Aufführungs-Tradition. Luchino Viscontis berühmter Film 1971 hatte Britten zusätzlich beflügelt.

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