Über das Werk
Benjamin Brittens Kammeroper in einem Prolog und zwei Akten wurde 1954 in Venedig uraufgeführt. Das Libretto von Myfanwy Piper basiert auf Henry James' Novelle (1898) und folgt dieser ganz eng — die zentrale Frage, ob die Geister real oder Wahnvorstellung der Gouvernante sind, bleibt offen.
Handlung
Eine junge Gouvernante übernimmt im Landhaus Bly die Aufsicht über die Waisen Miles und Flora. Bald sieht sie die Geister von Peter Quint, dem verstorbenen früheren Diener, und Miss Jessel, der vorigen Gouvernante. Sie ist überzeugt, dass die Geister die Kinder verderben wollen. Die Haushälterin Mrs Grose deutet düstere Vorgeschichten an. Während Flora hysterisch leugnet und nach London geschickt wird, ringt die Gouvernante mit Miles um sein Eingeständnis. In der Schlussszene zwingt sie ihn, Quints Namen auszusprechen — der Geist verschwindet, doch Miles bricht tot in den Armen der Gouvernante zusammen.
Kulturelle Bedeutung
The Turn of the Screw zählt zu den meistgespielten Kammeropern des 20. Jahrhunderts und ist Brittens dichteste Partitur. Die Zwölftonreihe „The Screw", die in jeder der sechzehn Variationen einen weiteren Tonschritt durchschreitet, formt das Werk bis ins Detail. Das Stück bleibt zentrales Beispiel für Brittens Auseinandersetzung mit Unschuld, Verführung und kindlicher Bedrohung — Themen, die heute kontroverser gelesen werden als bei der Uraufführung.
