Der goldene Hahn
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Der goldene Hahn

Nikolai Rimski-Korsakow
Oper · 1909

Über das Werk

Nikolai Rimski-Korsakows letzte Oper „Der goldene Hahn" wurde 1909 — postum nach seinem Tod 1908 — in Moskau uraufgeführt. Das Libretto von Wladimir Belski basiert auf Puschkins gleichnamigem Märchen (1834) und ist eine bissige politische Satire auf das absolutistische Zarenregime, weshalb die Zensur das Werk lange aufhielt.

Handlung

Der träge alte Zar Dodon herrscht über ein bedrohtes Reich. Ein geheimnisvoller Astrologe schenkt ihm einen goldenen Hahn, der bei Gefahr kräht — Dodon kann nun beruhigt schlafen. Als der Hahn die ersten Male kräht, entsendet Dodon seine Söhne in die Schlacht; beide kommen um. Dodon zieht selbst ins Feld und trifft auf die rätselhaft schöne Königin von Schemacha, deren Verführungskünste ihn zu ihrem Mann machen. Sie kehren als Brautpaar zurück nach Hause. Doch der Astrologe verlangt nun seinen Lohn: die Königin selbst. Wütend erschlägt Dodon ihn — der Hahn stürzt vom Stab herab und tötet Dodon mit einem Hieb. Königin und Hahn verschwinden, das Reich versinkt im Chaos. In einem Epilog tritt der Astrologe wieder auf und verkündet, alles sei nur ein Märchen gewesen.

Kulturelle Bedeutung

Der goldene Hahn ist Rimski-Korsakows kühnste Oper und Höhepunkt seiner Märchen-Serie. Die orientalischen Klangfarben (Königin von Schemachas Hymne) und die ironisch verzerrten Volkschöre gelten als wegweisend für Strawinsky und Prokofjew. Die anti-autoritäre Satire — Zar Dodon als Karikatur Nikolaus' II. — machte das Werk in Russland zur Zielscheibe der Zensur. Diaghilews Pariser Inszenierung 1914 als halbszenisches Konzept etablierte das Werk im Westen.

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