Über das Werk
The Fairy Queen ist eine Semi-Oper (Masque) von Henry Purcell, uraufgeführt 1692 in London. Das anonyme Libretto ist eine Bearbeitung von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum". Es zählt zu den prachtvollsten Beispielen der englischen Semi-Oper, in der gesprochenes Schauspiel und ausgedehnte musikalische „Masques" einander abwechseln.
Handlung
Die gesprochene Rahmenhandlung folgt Shakespeares Komödie um die verwirrten Liebespaare im Wald, den Streit des Feenkönigspaars Oberon und Titania und das Spiel der Handwerker. Purcells Musik vertont jedoch nicht Shakespeares Verse direkt, sondern entfaltet sich in fünf großen allegorischen „Masques" am Ende der Akte: Feste der Nacht und des Schlafs, ein Reigen der Jahreszeiten, ein Streit zwischen einem betrunkenen Dichter und den Feen sowie ein prunkvolles chinesisches Schlusstableau – Bilder von überbordender musikalischer Fantasie.
Kulturelle Bedeutung
The Fairy Queen ist Purcells umfangreichstes Bühnenwerk und ein Höhepunkt des englischen Barocktheaters. Nach seinem Tod ging die Partitur verloren und galt fast zwei Jahrhunderte als verschollen, bis sie um 1900 wiederentdeckt wurde. Heute wird das Werk in der historisch informierten Aufführungspraxis gefeiert und besticht durch seine Fülle an Tänzen, Arien und Chören, die Purcells Erfindungsreichtum und seine zentrale Stellung in der englischen Musikgeschichte belegen.
