Über das Werk
Bedřich Smetanas Oper in drei Akten, die meistgespielte tschechische Oper überhaupt, wurde 1866 in Prag uraufgeführt — und in mehreren Schritten überarbeitet, bis 1870 die heute übliche Fassung mit gesungenen Rezitativen entstand. Das Libretto von Karel Sabina ist eine ländliche Komödie um die Verheiratung der jungen Mařenka.
Handlung
In einem böhmischen Dorf zur Kirchweih lieben sich Mařenka und Jeník. Mařenkas Eltern haben jedoch dem Heiratsvermittler Kecal versprochen, ihre Tochter mit dem stotternden Vašek, dem Sohn des reichen Bauern Mícha aus erster Ehe, zu verheiraten. Mařenka bringt Vašek dazu, freiwillig auf sie zu verzichten. Kecal bietet Jeník dreihundert Gulden, wenn er Mařenka aufgibt — Jeník geht scheinbar darauf ein, mit der Bedingung, dass sie nur einen Sohn Míchas heiraten dürfe. Beim Auftritt einer Wanderzirkustruppe sorgt der Tanzbär für Komik. Das Geheimnis lüftet sich: Jeník ist der verschollene erste Sohn Míchas — die Bedingung ist also erfüllt, Mařenka heiratet Jeník, Vašek schließt sich der Zirkustruppe an.
Kulturelle Bedeutung
Die verkaufte Braut ist die ikonische tschechische Nationaloper und ein Schlüsselwerk des Späten 19. Jahrhunderts. Die Polka, der Furiant und der „Tanz der Komödianten" gehören zum Konzertrepertoire. Das Werk verbindet Volkstümlichkeit (mit zitierten böhmischen Tänzen) mit hoher kompositorischer Raffinesse und etablierte zusammen mit Smetanas Sinfonischer Dichtung „Die Moldau" das tschechische musikalische Selbstverständnis.
