Über das Werk
Tartuffe oder Der Betrüger ist eine Komödie in fünf Akten von Molière, die 1664 in Versailles uraufgeführt wurde. Das Stück entlarvt die Heuchelei eines frommen Betrügers und wurde wegen seiner Religionskritik mehrfach verboten.
Handlung
Der Bürger Orgon hat den scheinbar frommen Tartuffe in sein Haus aufgenommen und ist blind vor Bewunderung für ihn. Tartuffe ist in Wahrheit ein Heuchler, der es auf Orgons Vermögen und dessen Frau Elmire abgesehen hat. Die Familie versucht vergeblich, Orgon die Augen zu öffnen. Erst als Elmire Orgon unter einem Tisch versteckt und Tartuffe zu einem Annäherungsversuch verleitet, erkennt Orgon den Betrug. Doch Tartuffe hat bereits Orgons Besitz überschrieben bekommen und droht mit der Enteignung der Familie. Erst ein Eingreifen des Königs wendet das Blatt und Tartuffe wird verhaftet.
Kulturelle Bedeutung
Tartuffe ist Molières berühmtestes Werk und eine der meistgespielten Komödien der Theatergeschichte, die den Begriff des „Tartüffs" als Synonym für religiöse Heuchelei in den allgemeinen Sprachgebrauch eingeführt hat. Das Stück löste bei seiner Entstehung einen heftigen Konflikt mit der Kirche aus und gilt als Meilenstein der Aufklärung.
