Über das Werk
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg ist eine romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner, uraufgeführt 1845 am Königlichen Hoftheater Dresden unter Wagners eigener Leitung. Das Werk existiert in zwei deutlich verschiedenen Fassungen: der ursprünglichen Dresdner Fassung und der überarbeiteten Pariser Fassung von 1861, die ein Venusberg-Bacchanal hinzufügte und eine berüchtigte feindselige Aufnahme erntete, welche schon nach drei Vorstellungen endete.
Handlung
Der Ritter und Minnesänger Tannhäuser hat ein Jahr im Venusberg verbracht, dem unterirdischen Reich der Göttin Venus, der sinnlichen Lust hingegeben. Von Schuld zerfressen, kehrt er an den Wartburg-Hof des Landgrafen Hermann zurück, wo seine einstige Geliebte Elisabeth treu auf ihn gewartet hat. Bei einem Sängerwettstreit über das Wesen der Liebe preist Tannhäuser zum Entsetzen aller die fleischliche Begierde und gesteht seine Zeit bei Venus. Verbannt pilgert er nach Rom und sucht Absolution beim Papst, der Vergebung für unmöglich erklärt – so unmöglich, wie dass sein Pilgerstab Blätter trage. Verzweifelt kehrt Tannhäuser zurück, als Elisabeth für seine Seele betend stirbt. Der Stab des Papstes erblüht auf wundersame Weise. Tannhäuser stirbt erlöst.
Kulturelle Bedeutung
Tannhäuser stellt den zentralen Wagner'schen Konflikt zwischen heiliger und profaner Liebe in seiner schärfsten Form. Der Pilgerchor und die Ouvertüre gehören zum festen Bestand der Konzertsäle. Der Pariser Skandal von 1861, angeblich vom Jockey Club inszeniert, der traditionell erst nach dem ersten Akt eintraf, machte Tannhäuser zu einer cause célèbre der Opernpolitik des 19. Jahrhunderts. Christian Thielemanns Bayreuther Aufnahmen und Sebastian Baumgartens umstrittene Inszenierung von 2011 stehen für die Bandbreite heutiger Deutungen.
