Sturm auf Berlin
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Sturm auf Berlin

Marie Schwesinger
Theater · 2026

Über das Werk

„Sturm auf Berlin" ist ein dokumentarisches Rechercheprojekt der Regisseurin Marie Schwesinger, das am 7. Mai 2026 am Berliner Ensemble uraufgeführt wurde (entstanden im Rahmen des Nachwuchs-Regieprogramms WORX). Grundlage sind rund 1.200 Seiten Gerichtsprotokolle aus dem Reichsbürger-Prozess gegen die „Gruppe Reuß". Der Abend fragt, was geschieht, wenn die Demokratie von innen angegriffen wird – und verhandelt die Gefahren von Rechtsextremismus und Verschwörungserzählungen.

Handlung

Das Stück stellt zwei historische Momente einander gegenüber. Am 13. März 1920 marschierte – nach dem Ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag – die Marinebrigade Ehrhardt auf Berlin, um die demokratische Regierung zu stürzen (Kapp-Putsch); ein Generalstreik mobilisierte damals Millionen zur Verteidigung der Demokratie. Knapp hundert Jahre später, am 1. August 2021, treffen sich vier Personen im Bundestag, darunter eine Abgeordnete, und besprechen mit einem ehemaligen Elitesoldaten einen Plan, den Reichstag zu stürmen. Aus der Montage realer Protokolle und historischer Parallele entsteht ein verdichtetes Bild über die Wiederkehr antidemokratischer Umsturzfantasien.

Kulturelle Bedeutung

„Sturm auf Berlin" steht in der Tradition des dokumentarischen Theaters, das reale Akten und Prozessprotokolle auf die Bühne bringt, um Gegenwartsdiagnosen zu stellen. Angesichts des Erstarkens von Reichsbürger- und Verschwörungsmilieus macht der Abend die Fragilität demokratischer Institutionen erfahrbar und erinnert zugleich daran, dass deren Verteidigung – wie 1920 – vom Engagement vieler abhängt. Das Stück ist damit ein Beispiel für politisches Theater als Form demokratischer Selbstvergewisserung.

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Kommende Aufführungen
Berliner Ensemble · Berlin
28. November 2026 · 2×
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