Über das Werk
„Spirit and the Dust" ist eine Uraufführung des US-amerikanischen Dramatikers Noah Haidle am Deutschen Theater Berlin (Regie: Anna Bergmann; Übersetzung: Barbara Christ). Premiere war am 27. Februar 2026. Das Stück handelt vom Weiterleben nach dem Verlust des eigenen Kindes. Für Anna Bergmann ist es bereits die dritte Haidle-Uraufführung – nach „The Homemaker" und „Birthday Candles".
Handlung
Im Zentrum steht Hope, eine Immobilienmaklerin, die Menschen Orte vermittelt, an denen sie sich sicher, geborgen und zu Hause fühlen sollen. Hope besitzt eine seltene Gabe: Sie kann den Menschen ins Innerste sehen – ihre Ängste, Sehnsüchte und ihre Hoffnung auf ein anderes Leben. Doch sie trägt eine eigene Wunde: Vor zwanzig Jahren ertrank ihr Kind im Pool, während sie einen Moment lang abgelenkt war. Zwischen den Trauerritualen flüchtet die Inszenierung immer wieder in eine bonbonbunte Retro-Musical-Welt à la „La La Land", mit Choreografien und Evergreens wie „Singing in the Rain" – ein schillernder Kontrast zur Schwere des Verlusts.
Kulturelle Bedeutung
Noah Haidle gehört zu den US-Dramatikern, deren Stücke in Deutschland besonders präsent sind; die fortgesetzte Zusammenarbeit mit Regisseurin Anna Bergmann am Deutschen Theater hat mehrere Uraufführungen hervorgebracht. „Spirit and the Dust" verbindet die existenzielle Erfahrung von Trauer und Schuld mit den Mitteln des Hollywood-Musicals und stellt so die Frage, wie viel Schönheit und Eskapismus das Weiterleben nach einer Katastrophe braucht – und erträgt. Mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle steht zudem eine der prägenden deutschen Schauspielerinnen im Zentrum.
