Über das Werk
Serenade ist ein handlungsloses Ballett von George Balanchine zur „Serenade für Streichorchester" von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, uraufgeführt 1935 (Werkstattaufführung 1934). Es war das erste Ballett, das Balanchine in den USA schuf, und gilt als eines seiner schönsten und meistgeliebten Werke.
Handlung
Serenade erzählt keine konkrete Geschichte, sondern entfaltet eine Folge von Stimmungsbildern für ein überwiegend weibliches Ensemble in mondlichtblauen Tüllröcken. Aus der berühmten Eingangspose – Tänzerinnen mit erhobener Hand im Mondlicht – entwickeln sich Formationen von schwebender Eleganz, die zwischen reinem Tanz und angedeuteter Poesie changieren. Einzelne Momente – ein Sturz, eine zu spät kommende Tänzerin, eine verschleierte Schlussfigur – verdichten sich zu einer abstrakten Meditation über Schicksal, Gemeinschaft und Vergänglichkeit.
Kulturelle Bedeutung
Serenade markiert den Beginn von Balanchines amerikanischem Schaffen und seiner Schule des neoklassischen Balletts. Aus einer Übung mit Studierenden entstanden, integrierte Balanchine sogar Zufälle der Probe in die Choreografie. Das Werk wurde zum Signaturstück des New York City Ballet und gilt weltweit als eines der vollkommensten handlungslosen Ballette – ein Inbegriff dessen, wie Tanz reine Musik sichtbar machen kann.
