Über das Werk
Georg Friedrich Händel stellte „Semiramide riconosciuta“ im Herbst 1733 als Pasticcio zusammen: Er übernahm überwiegend Arien aus Leonardo Vincis und Johann Adolf Hasses Vertonungen von Pietro Metastasios Libretto und komponierte selbst nur die Rezitative. Uraufführung war am 30. Oktober 1733 am King's Theatre Haymarket in London – Händels erstes von drei Pasticci jener Spielzeit, nachdem sein Startenor Senesino zur Konkurrenztruppe „Opera of the Nobility“ übergelaufen war.
Handlung
Im antiken Babylon verkleidet sich die ägyptische Prinzessin Semiramide als der verstorbene assyrische König Nino, um an dessen Hof zu herrschen. Sie liebt heimlich den Prinzen Scitalce, der nicht ahnt, wer sich hinter der Maske verbirgt. Verwechslungen, verdeckte Identitäten und schließlich wiedererkannte Liebende treiben die Handlung bis zur Auflösung.
Kulturelle Bedeutung
Die Premiere fiel auf den Geburtstag König Georgs II. und wurde vom Hof besucht, doch dem Werk blieb nur ein kurzes Bühnenleben von vier Aufführungen; ein Zeitgenosse hielt es für misslungen. Musikhistorisch gilt es als Beleg für Händels pragmatischen Umgang mit dem Sängerverlust während des Londoner Opernkriegs der 1730er Jahre.