Über das Werk
Sechs Personen suchen einen Autor (italienisch „Sei personaggi in cerca d'autore") ist ein Theaterstück von Luigi Pirandello, uraufgeführt 1921 in Rom. Das revolutionäre Meta-Drama sprengte die Konventionen des Theaters und machte Pirandello weltberühmt; es gilt als Schlüsselwerk der theatralischen Moderne.
Handlung
Während eine Theatertruppe eine Probe abhält, dringen sechs seltsame Gestalten auf die Bühne: Sie behaupten, unvollendete Figuren zu sein, die ihr Autor nicht zu Ende geschrieben hat, und verlangen, dass ihre tragische Geschichte aufgeführt wird. Drängend erzählen und spielen sie ihr Familiendrama aus Schuld, Verrat und Tod, während der Regisseur und die Schauspieler vergeblich versuchen, es in konventionelles Theater zu übersetzen. Die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmt, bis die Aufführung in Verwirrung und einem realen Todesfall endet.
Kulturelle Bedeutung
Sechs Personen suchen einen Autor revolutionierte das moderne Theater, indem es die Illusion der Bühne radikal hinterfragte und die Beziehung zwischen Autor, Figur, Schauspieler und Realität zum Thema machte. Der anfängliche Skandal der Uraufführung wich bald weltweiter Anerkennung. Pirandellos Spiel mit Identität, Wahrheit und Theatralität nahm das gesamte Meta- und Illusionstheater des 20. Jahrhunderts vorweg und trug zu seinem Nobelpreis bei.
