Über das Werk
Schweyk im Zweiten Weltkrieg ist ein Theaterstück von Bertolt Brecht, geschrieben 1943 im amerikanischen Exil, mit Musik von Hanns Eisler; die Uraufführung fand erst 1957 in Warschau statt. Es greift die Figur des braven Soldaten Schwejk aus Jaroslav Hašeks Roman auf und versetzt sie in die NS-Zeit.
Handlung
Der Prager Hundehändler Schweyk versucht, sich mit scheinbarer Dummheit, listiger Untertänigkeit und einem unerschütterlichen Mutterwitz durch das von den Nationalsozialisten besetzte Prag zu lavieren. Mit gespielter Begriffsstutzigkeit unterläuft er Befehle, Gestapo-Verhöre und schließlich die Einberufung an die Ostfront. Auf seinem absurden Marsch Richtung Stalingrad, in dem er sich heillos verirrt, begegnet er sogar einer grotesk überhöhten Vision Hitlers. Schweyks passiver Widerstand triumphiert über die mörderische Bürokratie.
Kulturelle Bedeutung
Schweyk im Zweiten Weltkrieg überträgt Hašeks legendären Antihelden in Brechts episches Theater und macht ihn zur Verkörperung des „kleinen Mannes", der durch listige Unterwerfung die Macht unterläuft. Eislers Songs, darunter das „Lied von der Moldau", verleihen dem Werk poetische Tiefe. Das Stück ist eine der wirkungsvollsten satirischen Auseinandersetzungen Brechts mit dem Faschismus und gehört zum festen Repertoire.