Über das Werk
Camille Saint-Saëns' Oper in drei Akten wurde 1877 in Weimar unter Leitung von Franz Liszt uraufgeführt. Das Libretto von Ferdinand Lemaire dramatisiert die alttestamentliche Erzählung aus dem Buch der Richter um den israelitischen Helden Samson und die philistäische Verführerin Dalila.
Handlung
Im von den Philistern unterdrückten Gaza ruft Samson die Israeliten zum Aufstand und tötet den philistäischen Statthalter Abimélech. Der Hohepriester Dagons schwört Rache. Dalila, einst Samsons Geliebte, lässt sich auf den Plan des Priesters ein: Sie soll Samson das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft entlocken. In einer großen Verführungsszene gibt Samson nach und gesteht, dass seine Kraft in seinem ungeschnittenen Haar liegt. Während er schläft, schneidet Dalila ihm das Haar ab; die Philister überwältigen den geschwächten Helden, blenden ihn und ketten ihn an die Mühle. Beim Festbankett im Tempel Dagons spotten die Philister über den blinden Samson. In einem stillen Gebet erhält er seine Kraft zurück, stürzt die beiden Tempelsäulen ein und begräbt sich selbst und alle Anwesenden unter den Trümmern.
Kulturelle Bedeutung
Samson et Dalila ist die einzige der dreizehn Opern Saint-Saëns, die im Repertoire geblieben ist. Dalilas Verführungsarie „Mon cœur s'ouvre à ta voix" zählt zu den berühmtesten Mezzosopran-Arien überhaupt. Das Werk verbindet großoperhaftes Tableau mit orientalisch gefärbter Klangsinnlichkeit und gilt als Schlüsselwerk zwischen Meyerbeer-Tradition und französischer Moderne.
