Über das Werk
Roméo et Juliette ist eine Oper in fünf Akten von Charles Gounod, uraufgeführt 1867 in Paris. Das Libretto von Jules Barbier und Michel Carré folgt eng Shakespeares Tragödie. Nach dem Welterfolg von Gounods „Faust" wurde auch dieses Werk zu einem Eckpfeiler der französischen Oper des 19. Jahrhunderts.
Handlung
Im Verona der Renaissance verlieben sich Roméo und Juliette, Kinder der verfeindeten Häuser Montague und Capulet, auf einem Maskenball und heiraten heimlich. Doch die Familienfehde eskaliert: Roméo tötet im Zweikampf Juliettes Vetter Tybalt und wird verbannt. Um einer Zwangsheirat zu entgehen, nimmt Juliette einen Schlaftrunk, der sie scheintot wirken lässt. Roméo, der von der List nichts weiß, hält sie für tot und vergiftet sich; die erwachende Juliette folgt ihm in den Tod. Gounod legt den Schwerpunkt auf die vier großen Liebesduette des Paares.
Kulturelle Bedeutung
Gounods Vertonung ist berühmt für ihre lyrische Schönheit und die vier ausgedehnten Liebesduette, die den emotionalen Kern der Oper bilden, sowie für Juliettes brillante Koloraturarie „Je veux vivre". Das Werk verbindet französische Eleganz mit dramatischer Leidenschaft und gehört zu den meistgespielten Opern des Repertoires. Es gilt neben „Faust" als Gounods bedeutendster Beitrag zur Operngeschichte.
